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Kompetenz im Umgang mit Medien

Foto: Canva

Veröffentlicht am 8. August 2026

Kurz beantwortet

Die häufigsten Fehler im Umgang mit Medien sind sich von einem Anruf überrumpeln lassen, das Interview für ein höfliches Gespräch halten und dabei die eigene Botschaft vergessen, Notlügen und Fachjargon. Meine wichtigste Regel: Gehen Sie nie ohne eine klare, leicht verständliche Botschaft in ein Interview. Und platzieren Sie sie.

Die vier häufigsten Stolperfallen im Umgang mit Medienvertretern

Der größte Fehler im Umgang mit Journalist:innen passiert nicht während des Interviews. Er passiert Minuten davor – wenn sich jemand von einem Anruf überrumpeln lässt und aus dem Stand antwortet, statt sich fünf Sekunden Zeit zum Nachdenken zu nehmen. In über 30 Jahren als Journalistin, Pressesprecherin und Medientrainerin habe ich diesen einen Fehler öfter gesehen als alle anderen zusammen.

Was sind typische Fehler im Umgang mit Medien?

Fehler im Umgang mit Medien sind vermeidbare Verhaltensweisen vor, während und nach einem Interview, die Glaubwürdigkeit kosten – etwa fehlende Vorbereitung, unklare Kernbotschaften oder Unehrlichkeit gegenüber Journalist:innen. Der wirksamste Schutz davor ist eine strukturierte Vorbereitung und ehrliches, transparentes Antwortverhalten.

Fehler 1: Sich vom Anruf überrumpeln lassen

Telefonate und Interviewanfragen von Journalist:innen sind sensibel und brauchen Vorbereitung – auch wenn Sie inhaltlich hervorragend im Thema sind. Lassen Sie sich niemals spontan zu einer Antwort drängen. Hinterfragen Sie zunächst Medium und Kontext und schlagen Sie einen Gesprächstermin vor, der Ihnen mindestens eine halbe Stunde Vorbereitungszeit gibt. Wie bei jeder Präsentation gilt: Vorbereitung ist die halbe Miete.

Fehler 2: Das Interview für ein Gespräch halten

Ein Interview fühlt sich an wie ein Gespräch, ist aber keines. Die Journalistin oder der Journalist hat ein Ziel: eine gute Geschichte. Sie brauchen auch eines: Ihre Botschaft. Wer nur höflich Fragen beantwortet, überlässt die Geschichte ganz dem anderen.

Klären Sie deshalb vorab: Was ist meine Kernbotschaft, in einem Satz, den auch meine Nachbarin versteht? Was sollen Leser:innen oder Zuschauer:innen am Ende mitnehmen? Und bringen Sie diesen Satz unterwegs mehrmals unter, auch wenn die Frage nur entfernt dazu passt.

Aus meiner Praxis

In meinen Medientrainings erlebe ich es beim Üben eines Interviews immer wieder: Führungskräfte betrachten das Interview als Gespräch. Sie wollen höflich sein und beantworten brav die Fragen. Dabei vergessen sie, ihre Botschaft zu platzieren.

Und dann wundern sie sich, warum kein zitatfähiger Satz herauskommt und das Interview am Ende auf ein Minimum gekürzt wird.

Der wichtigste Satz in jedem meiner Medientrainings: Sie brauchen eine klare und leicht verständliche Botschaft. Und Ihr Ziel ist, diese zu platzieren.

Fehler 3: Notlügen statt ehrlicher Antworten

Der größte inhaltliche Fehler im Interview ist es, bewusst die Unwahrheit zu sagen. Wenn Sie etwas nicht genau wissen oder nicht beantworten möchten, sagen Sie das offen. Bitten Sie um Verständnis, dass Sie zu diesem Punkt keine Auskunft geben können – anstatt um den heißen Brei herumzureden oder sich in eine Notlüge zu flüchten. Journalist:innen verzeihen ein ehrliches „Das kann ich Ihnen nicht sagen“ eher als eine später aufgedeckte Unwahrheit.

Fehler 4: Fachjargon statt Klarheit

KISS – Keep it short and simple. Klar und deutlich sprechen, Nebensächlichkeiten weglassen, Fachbegriffe erklären. Wer im eigenen Fachjargon bleibt, verliert die Botschaft, bevor sie ankommt.

Die Grundhaltung, die den Unterschied macht

Seien Sie ein Botschafter oder eine Botschafterin für Ihr Unternehmen: überzeugt, höflich, zuvorkommend – mit sichtbarer Freude an der eigenen Arbeit. Eine gute Gesprächsbasis und Glaubwürdigkeit entstehen nicht durch Technik allein, sondern durch diese Grundhaltung.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Die meisten Interview-Fehler entstehen vor dem Gespräch, nicht während.
  • Zeit für Vorbereitung einfordern ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.
  • Ehrlichkeit schlägt jede Notlüge – auch strategisch.
  • Ein Interview ist kein Gespräch: Ihr Ziel ist, Ihre Botschaft zu platzieren.

Medienkompetenz ist trainierbar

In meinem Medientraining bereiten wir genau diese Situationen vor – mit echten Interviewsimulationen und ehrlichem Feedback. Für Führungskräfte, Wissenschaftler:innen und Unternehmer:innen, die vor Mikrofon und Kamera souverän auftreten wollen.

Mehr dazu im Medientraining für Führungskräfte. Steht ein Interview kurzfristig an, hilft das Ernstfall-Training.

Angela Pengl-Böhm

Über die Autorin: Angela Pengl-Böhm ist Kommunikationstrainerin, Präsentations-Trainerin und Executive Presence Coach in Wien. Die ehemalige ORF-Wirtschaftsjournalistin und frühere Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Palmers begleitet seit über 30 Jahren Führungskräfte, Expert:innen und Teams in Führungskommunikation, Präsentation und Auftritt.

Häufige Fragen

Was ist der häufigste Fehler im Interview?

Meiner Erfahrung nach: keine klare Botschaft zu haben oder sie nicht zu platzieren. Viele beantworten höflich jede Frage und wundern sich dann, dass kein zitatfähiger Satz übrig bleibt.

Muss ich ein Interview sofort geben, wenn eine Journalistin anruft?

Nein. Ich rate immer, nach Medium, Thema und Kontext zu fragen und einen Termin vorzuschlagen, der Ihnen mindestens eine halbe Stunde Vorbereitung lässt. Das ist professionell, nicht unhöflich.

Was sage ich, wenn ich eine Frage nicht beantworten kann oder will?

Sagen Sie es offen. Ein ehrliches „Dazu kann ich Ihnen derzeit nichts sagen“ ist aus meiner Sicht immer besser als eine Notlüge. Danach kehren Sie zu Ihrer Botschaft zurück.


Nächster Schritt

Ihr nächstes Interview kommt bestimmt. Sind Sie vorbereitet?

Im Medientraining simulieren wir echte Interviews vor Kamera und Mikrofon – mit Videoanalyse und ehrlichem Feedback aus der Perspektive einer ehemaligen ORF-Journalistin.

Zum Weiterlesen: Das Trainingsbuch „Reden reicht nicht“ für Executive Presence und souveränen Auftritt.

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Für Unternehmen: Inhouse-Seminar anfragen

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Medientraining

Aktualisiert am 30. Oktober 2026

Kurz beantwortet

Ein Interview ist erfolgreich, wenn Sie Ihre Botschaft verständlich platziert haben. Dafür braucht es eine gezielte Vorbereitung, auch auf unangenehme Fragen, und eine klare Haltung.

Warum ein Interview kein Gespräch ist

Vor laufender Kamera oder am Radiomikrofon gelten andere Regeln als im Besprechungsraum. Sie haben wenige Sekunden, um eine Botschaft zu platzieren, die nach dem Schnitt noch übrig bleibt. Das verlangt auch medienerfahrenen Menschen Vorbereitung und Fingerspitzengefühl ab.

Aus meiner Praxis

In meiner Arbeit als Journalistin habe ich es oft erlebt: Selbst Führungspersönlichkeiten schaffen es nicht, unter Druck und vor laufender Kamera ihre Botschaft auf den Punkt zu bringen. Weil sie glauben, dass sie ohnehin über das Thema sprechen können. Aber ein Interview ist kein Gespräch. Hier gilt es, gezielt eine kurze und prägnante Kernbotschaft zu platzieren.

Tipp 1: Seien Sie Botschafter:in für Ihr Unternehmen

Überzeugt, höflich, zuvorkommend – und mit sichtbarer Freude an der eigenen Arbeit. Journalist:innen und Publikum spüren, ob jemand hinter dem steht, was er oder sie sagt. Diese Grundhaltung trägt ein Interview mehr als jede rhetorische Technik.

Tipp 2: Bereiten Sie sich gezielt vor

Klären Sie im Vorfeld: Was ist meine Kernbotschaft – was möchte ich dem Journalisten oder der Journalistin sagen? Welche Fragen könnten gestellt werden? Wer das vorab durchdenkt, wirkt im Gespräch spürbar sicherer.

Tipp 3: Schaffen Sie eine gute Gesprächsbasis

Glaubwürdigkeit entsteht schon vor der ersten Antwort, im Umgang miteinander. Nehmen Sie sich die Zeit für ein kurzes persönliches Wort, bevor es inhaltlich losgeht – das schafft eine Basis, auf der auch kritische Fragen fair bleiben.

Tipp 4: KISS – Keep it short and simple

Klar und deutlich sprechen, Nebensächlichkeiten weglassen, Fachbegriffe erklären. Wer im eigenen Fachjargon bleibt, verliert die Botschaft, bevor sie beim Publikum ankommt.

Tipp 5: Bleiben Sie bei unangenehmen Fragen ruhig

Nicht jede Frage ist wohlwollend gemeint. Verfallen Sie nicht in Rechtfertigung. Führen Sie ruhig zur eigenen Kernbotschaft zurück: „Das ist ein wichtiger Punkt – und genau deshalb ist mir wichtig zu betonen, dass …“ Diese Brückentechnik gibt Ihnen Kontrolle über das Gespräch zurück, ohne die Frage zu ignorieren.

Tipp 6: Vergessen Sie die Nachbereitung nicht

Nach dem Interview ist vor der Veröffentlichung. Fragen Sie höflich nach dem voraussichtlichen Erscheinungstermin und bieten Sie an, bei Fachbegriffen oder Zahlen für Rückfragen zur Verfügung zu stehen. Das zeigt Professionalität – und reduziert das Risiko von Missverständnissen im fertigen Beitrag.

Aus 30 Jahren Erfahrung

„If you fail to prepare, you prepare to fail.“

Im Interview entscheidet die Vorbereitung darüber, ob Ihre Botschaft ankommt. Kernbotschaft, Haltung, Antworten auf unangenehme Fragen: All das legen Sie vorher fest, nicht vor laufender Kamera.

Medienkompetenz ist trainierbar

In meinem Medientraining üben wir genau diese Situationen mit echten Interviewsimulationen und direktem Feedback – für Führungskräfte, Wissenschaftler:innen und Unternehmer:innen, die vor Mikrofon und Kamera souverän auftreten wollen.

NEU: Medientraining für Führungskräfte

Mehr dazu auch in meinem Interview-Training.

Angela Pengl-Böhm

Über die Autorin: Angela Pengl-Böhm ist Kommunikationstrainerin, Präsentations-Trainerin und Executive Presence Coach in Wien. Die ehemalige ORF-Wirtschaftsjournalistin und frühere Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Palmers begleitet seit über 30 Jahren Führungskräfte, Expert:innen und Teams in Führungskommunikation, Präsentation und Auftritt.

Häufige Fragen

Wie bereite ich mich auf ein Interview vor?

Meiner Ansicht nach beginnt jede Vorbereitung mit einer einzigen Frage: Welche Botschaft soll beim Publikum ankommen? Danach empfehle ich, die unangenehmsten Fragen durchzuspielen, die gestellt werden könnten. Wer darauf eine Antwort hat, wirkt vor der Kamera ruhig.

Was tue ich bei einer unangenehmen Frage?

Ich bin der Meinung: ruhig bleiben, die Frage kurz anerkennen und zur Kernbotschaft zurückführen. Rechtfertigung wirkt fast immer schwächer als eine klare Haltung.

Wie lang sollte eine Antwort im Interview sein?

Meine Erfahrung zeigt: so kurz, dass sie den Schnitt übersteht. Im Fernsehen bleiben von einer Antwort oft nur wenige Sekunden. Formulieren Sie Ihre Kernbotschaft deshalb in einem Satz, der für sich allein stehen kann.



Nächster Schritt

Souverän vor Mikrofon und Kamera auftreten?

Im Medientraining simulieren wir echte Interviews vor Kamera und Mikrofon – mit Videoanalyse und ehrlichem Feedback aus der Perspektive einer ehemaligen ORF-Journalistin.

Zum Weiterlesen: Das Trainingsbuch „Reden reicht nicht“ für Executive Presence und souveränen Auftritt.

Lieber persönlich? Kostenloses Erstgespräch buchen – Einzeltraining und Coaching.

Für Unternehmen: Inhouse-Seminar anfragen

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