
Standortbestimmung: In 15 Fragen zur nächsten Zielphase
Die meisten Menschen ziehen nur an einem einzigen Tag im Jahr Bilanz – am 31. Dezember, unter Zeitdruck, zwischen zwei Gläsern Sekt. Dabei ist eine gute Standortbestimmung an keinen Kalender gebunden. Der richtige Moment ist immer dann, wenn ein Projekt endet, eine Veränderung ansteht oder sich einfach das Gefühl einstellt: Irgendetwas stimmt gerade nicht mehr zwischen dem, was ich tue, und dem, was ich eigentlich will.
Was ist eine Standortbestimmung?
Eine Standortbestimmung ist eine strukturierte Rückschau auf eine abgeschlossene Phase – beruflich wie persönlich –, die den aktuellen Status klärt, bevor neue Ziele formuliert werden. Sie beantwortet zwei Fragen: Wo stehe ich wirklich? Und wohin will ich als Nächstes? Ohne diesen Schritt werden neue Ziele oft auf einem unklaren Fundament gebaut – und verlieren genau deshalb an Kraft.
Warum Bilanz ziehen wichtiger ist als Ziele setzen
Zielarbeit ist der erste und wichtigste Schritt im Mentaltraining – aber sie funktioniert nur, wenn die Bestandsaufnahme davor stimmt. Wer direkt zu neuen Vorsätzen springt, ohne ehrlich hinzuschauen, was tatsächlich passiert ist, wiederholt oft dieselben Muster. Ohne Ziele gibt es kein Wachstum. Aber ohne Rückschau gibt es keine Richtung.
15 Fragen für Ihre nächste Standortbestimmung
**Rückschau**
1. Was habe ich in dieser Phase tatsächlich erreicht – unabhängig davon, was ich mir vorgenommen hatte?
2. Welche Entscheidung hat sich im Rückblick als besonders richtig erwiesen?
3. Wo habe ich mich selbst überrascht?
4. Was habe ich vermieden, obwohl ich wusste, dass es wichtig gewesen wäre?
5. Welches Muster taucht in dieser Phase wieder auf – zum wiederholten Mal?
**Standortbestimmung**
6. Womit verbringe ich aktuell die meiste Energie – und deckt sich das mit meinen Prioritäten?
7. Was würde jemand, der mich gut kennt, über meinen aktuellen Zustand sagen?
8. Welche Beziehung – beruflich oder privat – verdient mehr Aufmerksamkeit, als sie gerade bekommt?
9. Wo sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?
10. Was fühlt sich gerade schwerer an, als es sein müsste?
**Ausrichtung**
11. Wenn ich nur ein einziges Ziel für die nächste Phase wählen dürfte – welches wäre es?
12. Was müsste ich loslassen, um Platz für dieses Ziel zu schaffen?
13. Woran werde ich merken, dass ich auf dem richtigen Weg bin – bevor das Ergebnis feststeht?
14. Wer oder was unterstützt mich dabei, dieses Ziel auch dann zu verfolgen, wenn Selbstzweifel auftauchen?
15. Was ist der erste konkrete Schritt – nicht in einer Woche, sondern morgen?
Wie Sie diese Fragen nutzen
Nehmen Sie sich bewusst Zeit und Ruhe – ein Notizbuch, kein Bildschirm. Beantworten Sie die Fragen schriftlich, nicht im Kopf: Schreiben zwingt zur Präzision, die reines Nachdenken nicht liefert. Sie müssen nicht alle 15 Fragen auf einmal bearbeiten. Oft reicht eine einzige Frage, die wirklich trifft, um eine ganze Ausrichtung zu verändern.
Die wichtigsten Erkenntnisse
– Eine Standortbestimmung braucht keinen Jahreswechsel – jeder natürliche Wendepunkt eignet sich.
– Rückschau kommt vor Zielsetzung, nicht umgekehrt.
– Schriftliches Reflektieren schafft Klarheit, die reines Nachdenken nicht liefert.
– Ein Ziel, das wirklich trägt, braucht einen ehrlichen Blick auf das, was war.
Klarheit entsteht selten allein
In meinem 1:1 Coaching begleite ich Menschen genau an diesen Wendepunkten – wenn eine Standortbestimmung ansteht, aber der ehrliche Blick von außen fehlt. Gemeinsam entwickeln wir aus der Bestandsaufnahme eine Zielformulierung, die wirklich trägt.
Mehr dazu in meinem 1:1 Coaching] oder in meinem Beitrag Ziele positiv formulieren.
Kontakt: angela@pr-com.at
