10 Präsentationsfehler, die ich in diesem Jahr viel zu oft gesehen habe

Vorstandspräsentationen. Wissenschaftliche Abschlusspräsentationen. Sales-Pitches. Seit über 30 Jahren begleite ich Führungskräfte, Wissenschafter:innen und Unternehmer:innen in Präsentationstrainings – und ich sehe immer wieder dieselben Muster.

Das Erstaunliche dabei: Diese Präsentationsfehler passieren nicht aus Unwissenheit. Sie passieren, weil niemand je den Finger darauf gelegt hat. Dieser Artikel tut genau das.
Im ersten Halbjahr 2026 habe ich in meinen Seminaren und Trainings zehn Fehler mit besonderer Häufigkeit beobachtet. Hier sind sie – klar, direkt und mit dem, was stattdessen funktioniert.

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Die 10 größten Präsentationsfehler im Überblick

1. Der schwächste Einstieg der Welt
„Herzlich willkommen, sehr geehrte Damen und Herren.“
Das ist der meistgehörte Einleitungssatz in Konferenzräumen – und gleichzeitig der wirkungsloseste. Mit diesem Satz signalisieren Sie: Ich folge einem Skript. Ich bin nicht wirklich hier.
Was stattdessen funktioniert: Beginnen Sie mit einer Aussage, die sofort Relevanz signalisiert. Eine provokante These. Eine unerwartete Zahl. Einen konkreten Satz, der sitzt. Die Zugabe „Herzlich willkommen“ kommt – wenn überhaupt – danach.

2. Die Folie als Teleprompter
Folie für Folie vorlesen ist einer der häufigsten – und zugleich destruktivsten – Präsentationsfehler. PowerPoint soll Ihre Botschaft unterstützen, nicht ersetzen. Wer seinen Folien vorliest, braucht kein Publikum. Das könnte auch eine E-Mail sein.
Was stattdessen funktioniert: Die Folie zeigt das Bild, das Schlagwort, die Zahl. Sie erzählen die Geschichte dazu. Weniger Text auf der Folie – mehr Präsenz vor der Folie.

3. Das fehlende „Was habe ich davon?“
Ihr Publikum fragt sich ab Minute eins: Was bringt mir das? Welchen Nutzen habe ich von dieser Präsentation? Wer diese Frage nicht beantwortet, verliert den Raum – still und leise. Und meistens relativ schnell.
Was stattdessen funktioniert: Formulieren Sie am Beginn explizit den Nutzen für Ihr Publikum. Nicht was Sie sagen wollen – sondern was Ihr Gegenüber davon hat. Das ist der Unterschied zwischen einer Präsentation und einem Vortrag.

4. Das aufgesetzte Publikumslob
„Ihr seid ein tolles Publikum!“ Dieser Satz wird zu oft gesagt, zu früh gesagt – und er klingt jedes Mal hohl. Echte Verbindung entsteht nicht durch Komplimente. Sie entsteht durch Relevanz.
Was stattdessen funktioniert: Zeigen Sie, dass Sie sich vorbereitet haben. Ein konkreter Bezug zum Kontext, zur Gruppe, zum Anlass – das baut Verbindung auf. Nicht das generische Lob.

5. Die Monotonie-Falle
Gleiche Lautstärke, gleiches Tempo, gleiche Melodie – das ist kein Vortrag, das ist Einschläfern auf hohem Niveau. Monotonie ist der stille Aufmerksamkeits-Killer in jedem Raum.
Was stattdessen funktioniert: Pausen sind keine Schwäche. Sie sind das stärkste rhetorische Stilmittel, das ich kenne. Spielen Sie mit Betonungen, variieren Sie Ihr Tempo, nutzen Sie die Stille.

6. Gestik, die nichts sagt
Der Körper spricht immer. Die Frage ist nur: Was sagt er gerade? Wer steif dasteht, mit gesenktem Blick und verschränkten Armen, signalisiert Unsicherheit – egal wie brillant der Inhalt ist.
Was stattdessen funktioniert: Bewusste, ruhige Gestik verstärkt Ihre Botschaft. Kein Übertreiben, kein Stillstehen. Die Mitte ist immer überzeugend.

7. Das Scheibenwischer-Syndrom
Blick links, Blick rechts, Blick links – niemand fühlt sich wirklich angesprochen. Echter Blickkontakt dauert mindestens zwei Sekunden. Und er schafft Vertrauen – zwischen Ihnen und jedem einzelnen Menschen im Raum.
Was stattdessen funktioniert: „Ein Gedanke, eine Person.“ Verteilen Sie Ihren Blick bewusst – einen vollständigen Satz an eine Person richten, dann weiter. Das fühlt sich verbindend an.

8. Die Perfektionismus-Falle
Die ständige Angst vor Fehlern blockiert die natürliche Ausstrahlung. Souverän wirkt nicht, wer perfekt ist – sondern wer gelassen bleibt, wenn es nicht perfekt ist. Fehler passieren. Wie Sie damit umgehen, ist die eigentliche Botschaft.
Was stattdessen funktioniert: Authentizität schlägt Perfektion. Immer. Wer einen versprechen mit Humor nimmt, gewinnt den Raum.

9. Die Zeit als Fußnote
Überziehen ist keine Kleinigkeit. Es sagt dem Publikum: „Meine Agenda ist wichtiger als Ihre Zeit.“ Das ist kein gutes Statement für eine Führungskraft. Und es wird erinnert – länger als der Inhalt der Präsentation.
Was stattdessen funktioniert: Prüfen Sie vorab, wie lange Sie wirklich brauchen. Planen Sie Puffer. Und halten Sie das Zeitlimit – notfalls kürzen Sie lieber als zu überzuziehen.

10. Der Schluss, der keiner ist
„Ja, das war’s dann von mir…“ ist kein Abschluss. Es ist Kapitulation. Der letzte Satz bleibt. Was Ihr Publikum als letztes hört, formt die Erinnerung an Ihre gesamte Präsentation.
Was stattdessen funktioniert: Schließen Sie mit einem Satz, der wirkt. Ein Call to Action. Eine Frage. Eine prägnante Schlussformel. Und dann – die bewusste Pause danach.

Alle Präsentationsfehler hier anschauen oder downloaden

Die gute Nachricht: Alle zehn Fehler lassen sich trainieren

Präsentationsfehler sind keine Charakterfrage. Sie sind Gewohnheitsfragen. Und Gewohnheiten kann man ändern – mit dem richtigen Feedback, dem richtigen Rahmen und einer klaren Haltung.
In meinen Präsentationstrainings arbeite ich nicht mit Checklisten, sondern mit echten Situationen. Videoanalyse, direkte Rückmeldung, individuelle Ankämpfstrategien – für Führungskräfte, die wirklich etwas verändern wollen.

Mehr dazu finden Sie in meinem Buch „Reden reicht nicht“ – oder in einem für Sie maßgeschneiderten 1:1 Training.

Kontakt: angela@pr-com.at · erstellt mit Claude

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