#2 Eine unbequeme Wahrheit: Selbstwirksamkeit wird oft missverstanden

Selbstwirksamkeit wird oft missverstanden.
Sie ist kein Selbstbewusstsein. Keine positive Grundhaltung. Und schon gar keine Motivation auf Knopfdruck.
Selbstwirksamkeit beschreibt etwas anderes, sehr Konkretes: die innere Überzeugung, in anspruchsvollen Situationen wirksam handeln zu können – unter Druck, bei Unsicherheit, mit Verantwortung. Der Psychologe Albert #Bandura beschreibt fünf Quellen, aus denen sich Selbstwirksamkeit speist. Ich nutze dafür gerne ein Bild: Selbstwirksamkeit ist wie ein See, der sich aus fünf Zuflüssen füllt:
1. Eigene Erfolge – jede bewältigte Herausforderung erhöht den Wasserstand. Wirkung entsteht nicht durch Tempo, sondern durch bewusstes Innehalten nach Erfolgen.
2. Ermutigung durch andere – glaubwürdiges, differenziertes Feedback wirkt wie ein externer Zufluss.
3. Vorbilder – Menschen, die uns inspirieren, erweitern den inneren Möglichkeitsraum.
4. Konstruktiver Umgang mit Misserfolgen – Rückschläge sind kein Leck im System, sondern oft Lernpunkte mit Langzeitwirkung.
5. Imagination der Zielerreichung – iwer sich Wirksamkeit vorstellen kann, erhöht die Wahrscheinlichkeit, sie auch zu zeigen.
Problematisch wird es, wenn Führungskräfte versuchen, Executive Presence zu zeigen, während ihr innerer See leer ist. Dann entsteht Vorsicht statt Klarheit, Absicherung statt Haltung, Erklärung statt Entscheidung.
➡️ Die unbequeme Wahrheit:
Executive Presence ist keine Frage des Auftritts,
sondern die konsequente Folge gelebter Selbstwirksamkeit.
