Wenn sich das Jahr zu Ende neigt, ist es Zeit zum Innehalten, für eine Rückschau, für ein Status Update.
Für die letzten Stunden des Jahres 2021 habe ich ein paar Inspirationen aufgeschrieben, nämlich 15 Fragen, die gut zum Jahreswechsel passen und sich für eine Jahresbilanz ebenso eignen wie für eine Vorschau, für neue Ziele, für neue Perspektiven.

 

 

Heute ist für viele Kinder wieder Schulbeginn. Manche von uns erinnern sich nicht so gerne an die Schulzeit. Aus unterschiedlichen Gründen. Einer dieser Gründe ist der Umgang mit Fehlern, den unser Schulsystem praktiziert. Fehler und Schwächen sind in unserer Gesellschaft ein Ausdruck von Scheitern. Jeder Fehler wird rot markiert und je mehr Fehler ein Kind macht, desto schlechter werden die Noten. Sehr oft überwiegen zwischen Lehrer und Schüler die Gespräche über die Fehler, anstatt auch die positiven Aspekte einer Arbeit oder die Stärken einer Person hervorzuheben oder das Scheitern als Teil eines Lernprozesses am Weg zum Ziel zu betrachten. Daher steht in der Schule die Fehlervermeidung im Vordergrund. Diese Taktik ist schädlich, denn unser Gehirn lernt aus Fehlern. Wer versucht, Fehler zu vermeiden, traut sich weniger zu, verliert sowohl an Selbstbewusstsein und als auch an Eigeninitiative, Neues auszuprobieren.

Aus Fehlern wird man klug, heißt es so schön. Wir alle können lernen, mit Fehlern positiv umzugehen, anstatt bei jeder kleinsten Kleinigkeit gleich die Katastrophe auszurufen. Eine positive Fehlerkultur bedeutet zunächst die Akzeptanz des Fehlers. Fehler sind nichts, wofür man sich schämen muss. Der Fehler ist ein Appell, etwas besser zu machen oder zu verbessern. Wir können den Fehler als Teil eines Weges betrachten, der zum Ziel führt. Entlang dieses Weges haben wir verschiedene Aufgaben zu erledigen, die wir weiter verbessern und optimieren können. So machen es auch die Japaner mit ihrer Kaizen-Philosophie. Kaizen ist eine Denkweise, es ist die grundlegende Einstellung jedes Mitarbeiters zu seiner Arbeit und wer Kaizen lebt, ist felsenfest davon überzeugt, dass es immer etwas zu verbessern, zu vereinfachen oder zu optimieren gibt.

Weiters betrachtet eine positive Fehlerkultur Fehlbarkeit mit der nötigen Sachlichkeit und trennt zwischen Person und Sache. Niemand ist perfekt, daher können Fehler passieren. Es geht nicht darum, wer den Fehler gemacht hat, sondern wie es zu einem Fehler gekommen ist. Und um das Bewusstsein, dass aus Irrtümern und Fehlern neue Ideen und Entwicklungen entstehen können.

Merkmale einer positiven Fehlerkultur

  • Offener Umgang mit Fehlern
  • Respekt für Fehlereingeständnisse
  • Fokus auf Sachebene und Zukunft

Zur positiven Fehlerkultur gehört auch eine entsprechende Feedback-Kultur und Kommunikation. Durch eine offene, sanktionsfreie Kommunikation werden Mitarbeiter animiert, Fehler zuzugeben, was wiederum die Chance auf eine zeitnahe Behebung des Schadens erhöht bzw den monetären Schaden begrenzt. Eine positive Fehler- und Feedback-Kultur erhöht auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter, fördert deren Weiterentwicklung und steigert die Motivation. Zudem ist das Totschweigen von Fehlern ein regelrechter Bremser, es hemmt Weiterentwicklung, es verhindert Lösungen und Innovationen. Nur wer fehlbar ist, entwickelt sich weiter!

Für Führungskräfte bedeutet das zunächst einmal Selbst-Reflexion. Wer als Vorbild vorangehen möchte, muss seinen Kommunikations-Stil und seine eigene Fehlerkultur überdenken. Kritisches Hinterfragen des eigenen Handelns sind die Grundlagen für den erfolgreichen Umgang mit Misserfolgen. Wer mit einer positiven Einstellung zur Fehlerkultur vorangeht und mit Fehlern konstruktiv umgeht, läuft auch nicht Gefahr, dass sich die Mitarbeiter hinter Rechtfertigungen verstecken oder Fehler vertuschen wollen. Eine wertschätzende Kommunikation und ein lösungsorientiertes Handeln ersetzen in der positiven Fehlerkultur Vorwürfe und emotionale Reaktionen. Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler eingesteht, sollte man das als Vorgesetzter wertschätzend anerkennen und gemeinsam Strategien entwickeln, damit künftig solche Fehler vermieden werden können. Gemäss dem Motto von Henry Ford:

Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen!

 

Wenn wir einen Menschen zum ersten Mal sehen, machen wir uns sofort ein Bild von ihm, und das in Bruchteilen von Sekunden. Zwischen 150 Millisekunden und 90 Sekunden dauert dieser Check. Dann steht unser erstes Urteil über einen Menschen. Oft bleiben der erste Eindruck und der letzte Eindruck länger im Gedächtnis als alles andere. Daher ist es besser, wenn wir uns von Beginn an um einen guten ersten Eindruck bemühen.

Erfahren Sie in meinem Blog-Beitrag, welche Faktoren den Eindruck, den wir von einer Person haben, beeinflussen und wie es gelingt, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Denn Sie bekommen nie eine zweite Chance für einen guten ersten Eindruck!

Zum ersten Eindruck, zur Wirkung auf andere Menschen, tragen folgende optische und akustische Signale bei:

  • Gesichtsaudruck
  • Gestik
  • Körperhaltung
  • Kleidung und Accessoires
  • Stimme
  • Die Art und Weise, wie wir sprechen

Körpersprache gilt als die älteste Form der Kommunikation. Gestik, Mimik, Blickkontakt und Haltung bilden die wichtigsten natürlichen Elemente der Körpersprache. Dazu kommen weitere Aspekte, sozusagen unsere „soziale Haut“ wie Kleidung, Frisur, Kosmetik, Schmuck. Die Wirkung anderer Menschen auf uns basiert zu einem überwiegenden Teil auf der Körpersprache.

Die zuerst wahrgenommenen Kriterien sind das Alter, das Geschlecht und die Attraktivität. Lachen interpretieren wir als Freundlichkeit, einen festen Blickkontakt als Selbstsicherheit.

Negative Emotionen werden von uns instinktiv schneller wahrgenommen als positive. Die wichtigsten positiven Faktoren des ersten Eindrucks sind jene der Offenheit. Offenheit zeigen wir durch Körperhaltung und Blickkontakt. Eine entspannte Körperhaltung lädt andere zum Kontakt ein, ebenso stark wirkt ein Lächeln. Menschen mit einer gefühlsmäßig warmen, angenehmen Ausstrahlung sind uns lieber als eisige Typen.

Die Gestik sind alle Hand- und Fußzeichen, die Art, wie wir stehen, wie wir die Arme halten, welche Bewegungen wir mit den Händen machen. Gesten sind besonders gut geeignet, unsere Darstellung zu unterstreichen, wichtige Elemente zu betonen. Ausgewählte Gesten zur Betonung können Sie gezielt einsetzen bei:

  • Aufzählungen
  • einer abwägenden Gegenüberstellung
  • einem Hinweis auf einen bestimmten Punkt

Eine besondere Rolle im Gesicht spielen die Augen. Je öfter und länger uns jemand ansieht, desto mehr Aufmerksamkeit und Akzeptanz setzen wir voraus. Zu wenig Augenkontakt interpretieren wir meist mit zu wenig Interesse oder als Ablehnung. Sie wirken auf andere Menschen freundlicher und angenehmer, wenn Sie den Blickkontakt länger aufrecht erhalten.

Neben den Augen ist das Lächeln fast das wichtigste Wirkelement der Mimik. Denn wer lächelt, wirkt positiv. Lächeln ist der beste Weg, andere freundlich zu stimmen. Lächeln ist ein wichtiger Puffer gegen Missstimmung und Aggression, Lächeln löst freundliche Antworten aus, und Lächeln stimmt sie selbst auch froh. Und Unverschämtheit, lächelnd vorgetragen, wirkt gleich weniger harsch.

Der erste Eindruck ist sehr hartnäckig. Einfach, schnell und sicher ein Bild von einem anderen Menschen zu bekommen, ist unser aller Wunsch. Wir neigen alle dazu, Menschen in Kategorien einzuordnen, sie zu klassifizieren.  Wir assoziieren beispielsweise Körpergröße mit Führungsstärke, etc. Weit verbreitet sind die Stereotypen über Geschlechter – wie zum Beispiel ‚Frauen können schlechter einparken als Männer‘ oder ‚Frauen sind teamfähiger als Männer‘.

 

Bei Auftreten und Wirkung sind die äußeren Merkmale wichtiger als alles andere – in meinem Power-Training „Der perfekte Auftritt“ erfahren Sie, wie Sie sicher auftreten und professionell wirken! In meinen  maßgeschneiderten Einzel-Coachings zeige ich Ihnen, wie Sie einen guten ersten Eindruck hinterlassen, nicht nur bei Reden, Vorträgen und Präsentationen, sondern auch in Online-Meetings und virtuellen Settings. Gerne stehe ich Ihnen für ein Erstgespräch zur Verfügung.

Moderation von Meetings

Wer kennt es nicht seit dem Jahr 2020? Ein Online-Meeting jagt das nächste, die Gespräche sind öd, manche Teilnehmer reden endlos, andere kommen nie zu Wort und am Ende versanden die Aufgaben im Nirwana. Gute Meetings brauchen eine Moderation, das ist bei Online- oder Hybrid-Meetings oder Telefonkonferenzen noch viel evidenter als bei Präsenz-Besprechungen.

Die Aufgabe der Moderation ist das Lenken und Steuern von Gesprächen, Besprechungen, Diskussionen, Workshops etc, um ein Ziel zu erlangen. Dabei fungiert der Moderator in der Regel als unbeteiligter, neutraler Begleiter. Der Moderator unterstützt alle Teilnehmer, insbesondere auch die zurückhaltenden, Beiträge zu äußern und bremst dominate Redner. Der Moderator gibt den Rahmen vor, er sorgt für Gleichgewicht bei den Wortmeldungen und er unterstützt die Gruppe bei einer Entscheidungsfindung. Der Moderator ist dafür zuständig, dass das Gespräch beim Thema bleibt und muss ausufernde Diskussionen einschränken beziehungsweise die Teilnehmer wieder zurückholen zum eigentlichen Thema. Er ist auch dafür verantwortlich, dass die vorgegebene Zeit eingehalten wird und dass das Gespräch in dieser Zeit auch zu einem Ergebnis kommt beziehungsweise die Arbeitsaufträge verteilt sind und ein Protokoll erstellt wird.

Ein guter Moderator eines Online-Meetings sollte gängige Methoden der Themenbearbeitung und die nötigen Online-Tools dazu wie Whiteboard, Mir etc sowie verschiedene Interventions-Techniken beziehungsweise Frage-Techniken kennen. Ist der Moderator dieFührungskraft, dann er/sie sollte natürlich auch gutes Feedback geben können und wissen, wie man herausfordernde Situationen meistert.

Hier meine Tipps für erfolgreiche Online-Moderation

  1. Gute Vorbereitung inklusive Technik-Check und fundierte Planung
  2. Regeln erstellen und auf die Etikette achten
  3. Aufmerksamkeit der Teilnehmer fokussieren
  4. Interaktion ermöglichen und soziale Präsenz schaffen
  5. Breakout-Sessions in Kleingruppen einplanen
  6. Die richtigen Tools zur Präsention einsetzen – ABER: weniger ist mehr!
  7. Moderator hat die Aufgabe, zu lenken, Orientierung zu schaffen, zu motivieren und zur Effizienz des Meetings beizutragen

Möchten Sie gerne in das Thema Moderation eintauchen und brauchen Sie Inputs für gelungene Moderationen in Präsenz- oder Online-Settings, gerne biete ich Ihnen ein individuelles Training zu diesem Thema an. Kontaktieren Sie mich für ein unverbindliches Erstgespräch!

 

Wirkungskompetenz

Wie sich jemand gibt, wie er auftritt, wie er sich bewegt, wie groß er ist, welche Kleidung er trägt, ob er seinen Mund verzieht, ob er auffällige Accessoires trägt, wohin er blickt, was er mit seinen Händen tut, das alles prägt unsere Meinung über diesen Menschen so stark, dass die Worte, die er spricht, zweitrangig sind. Wenn Ihr Gegenüber oder Ihr Publikum Ihren Worten glauben soll, müssen Sie zuerst glaubwürdig sein. In diesem Blog-Beitrag lesen Sie über die Macht der Wirkung.

Der erste Eindruck ist eine Entscheidung, die ein jeder von uns innerhalb von Millisekunden fällt: Will ich mich auf diese Person einlassen oder nicht, ist sie mir sympathisch oder nicht?

Bei dieser ersten Einschätzung des Gegenübers kommen folgende Aspekte zum Tragen:

  • Wie geht die Person auf mich zu?
  • Wie dynamisch ist ihr Gang?
  • Was machen die Arme beim Gehen?
  • Wann nimmt der Mensch mit mir Blickkontakt auf?
  • Wie groß ist die Körperspannung?
  • Wie viel Raum nimmt die Person ein?
  • Wo platziert sie/er sich?
  • Wie nahe kommt sie/er mir?
  • Wie reicht die Person mir die Hand?

Bereits die ersten 30 Sekunden hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Diesen ersten Eindruck können wir zwar nie mehr ganz auslöschen, allerdings können wir ihn überlagern, wir können ihn revidieren. Denn der Mensch ist ja im Gegensatz zum Tier mit einem bewussten Verstand ausgestattet, der uns erlaubt, uns zu hinterfragen und auch einen zweiten Eindruck wirken zu lassen. Nichtsdestotrotz ist Körpersprache immer sichtbar, unser Körper spricht immer. Empfindungen, Gefühle, Gedanken spiegeln sich ebenso in der Körpersprache wie Unsicherheit, Antriebslosigkeit, Offenheit oder Ehrlichkeit etc.

Wirkung kommt vor Wort

Daher beschäftige ich mich in den Trainings und Coachings zum Thema Kommunikation auch immer mit Körperhaltung, Mimik und Gestik und versuche meine Klienten zu sensibilisieren, dass neben Rhetorik und Körpersprache auch die innere Einstellung für ein gutes Gespräch, eine Präsentation oder eine Rede entscheidend ist. (Körper-)Haltung hat auch etwas mit Geisteshaltung zu tun!

Eine positive Grundeinstellung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor beim Sprechen oder Präsentieren. Über die Macht des ersten Eindrucks, die Macht der Wirkung wusste schon der italienische Philosoph Niccolò Machiavelli Bescheid: „Sie müssen nicht gut sein, Sie müssen nur gut wirken.“